Gesundheitserziehung in Schulen:
Kinder als "Botschafter" für Gesundheit
Wer die Menschen für eine eigenverantwortliche Gesundheitsgestaltung gewinnen möchte, muss bei den Kindern anfangen. Vereinzelte Projekte gibt es ja bereits, aber die Integration in den Grundschulunterricht würde meiner Überzeugung nach ein entscheidender Durchbruch sein. Schon in der Grundschule sollte damit begonnen werden in Abstimmung mit den Lehrern, auch und vor allem den Sportlehrern.
Unterrichtsinhalte könnten Themen wie die grundlegenden Funktionen des menschlichen Körpers, die Wahrnehmung von Körpersignalen als Hinweis auf entstehende Krankheiten, gesunde Ernährung, die richtige Sitzhaltung, entlastender Sport - und Bewegungsübungen, die Bedeutung der Natur und die Rolle des Menschen als Teil des Ökosystems sein. Aktuelle Probleme wie BSE oder Aids könnten als Einstieg genutzt werden. Auch die Kooperation mit den Hausärzten der jeweiligen Region halte ich für notwendig. Sie und auch Fachärzte sollten in den Unterricht einbezogen werden. Übergeordnetes Unterrichtsziel müsste es sein, dass Kinder Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper und der eigenen Gesundheit lernen und hierzu konkrete Ratschläge erhalten: Wie beuge ich Haltungsschäden vor? Was passiert, wenn ich zu viele Süßigkeiten und zu oft Fastfood esse?
Der Sportunterricht sollte weniger im Sinne von Leistungssport begriffen werden, sondern viel eher als Freude an der Bewegung. In diesem Sinne sollte auch die Benotung im Sportunterricht abgeschafft werden. So könnte ohne großen Aufwand ein Gegengewicht zu der zunehmenden Stress- und Konkurrenzsituation unter den Schülern aufgebaut werden.
So könnte ohne großen Aufwand ein Gegengewicht zu der zunehmenden Stress- und Konkurrenzsituation unter den Schülern aufgebaut werden. Gerade im gemeinsamen Sport- und Gesundheitsunterricht bietet sich die praktische Vermittlung des Themas Toleranz an: die Achtung vor dem Menschen und der Schöpfung, Rücksicht gegenüber kranken, behinderten und alten Menschen. Sinnvoll ist also: Mehr junge Sportlehrer einstellen und mehr Sportunterricht anbieten.
Schon die Erstklässler leiden unter Bewegungsmangel, gerade in den Großstädten. Auch die Verbindung zu den Sportvereinen, wo talentierte Schülerinnen und Schüler nachmittags weitergefördert werden können, sollte aktiver gestaltet werden. Sportinternate für begabte Schüler sollten selbstverständlich sein. Hier fehlen wichtige Elemente in unserem Schulsystem. Als begeisterter Sportler hätte ich selbst liebend gern solche Angebote genutzt, wenn sie denn verfügbar gewesen wären.
Als Allererstes könnte dann endlich einmal die Kampagne für vernünftige Stühle in der Schule gestartet werden:“ Neue Stühle für Schulen“. Seit meiner Kindheit sind Schulstühle für mich ein Greuel. Ich habe immer darauf gewippt, weil die Sitzposition unbequem war, unsere jüngste Tochter hat heute noch das Problem mit den Stühlen und deshalb eine Spezialsitzstellung entwickelt: abgekippt auf den hinteren Enden und dann den Stuhl nach vorne an den Tisch ziehen. Sie hat mich beim Lesen dieses Kapitel darauf aufmerksam gemacht. „Setz Dich doch mal für neue Stühle für uns ein!“, sagte sie zu mir, „dann hätten wir weniger Rückenprobleme.“










